MS

Hitze und Kälte

Es ist ja oft unterschiedlich, wie Menschen mit MS mit Hitze beziehungsweise Kälte klar kommen. Ich gehöre definitiv zu denen, die am liebsten von Oktober bis April durchschlafen würden. Ich verabscheue die Kälte definitiv. Dafür liebe ich die Hitze umso mehr.

Bei Kälte fühle ich mich ausgelaugt, ständig verkühlt, ständig kalt und unbehaglich. Das „anwurschteln“, also so viele Schichten Kleidung anzuziehen damit man nicht mehr frieren muss, ist schrecklich. Es stört mich, durch die ganze Kleidung noch weniger Feingefühl zu haben. Die Bewegungen, die mir ohnehin oft schwer fallen, sind dann nochmal extra mühsam und anstrengend. Das ist der Grund, warum ich im Vorhinein dem Winter und der Kälte immer schon sehr negativ gegenüberstehe. Ich muss ehrlich gestehen, ich bin dann oft richtig verbittet. Ich habe mir dieses Jahr geschworen, bei der Kleidungswahl sehr auf Qualität zu achten. Ich werde meinen Kleiderschrank mit warmer Kleidung füllen, in der ich mich gut und leicht bewegen kann, die mich aber trotzdem warm hält.

Im Sommer hingegen gibt es für mich nichts Tolleres, als den ganzen Tag im Bikini am See zu verbringen. Ich fühle mich durch die Hitze so richtig wohl. Es gibt so ein behagliches Gefühl, diese Wärme zu spüren. Es macht mich sehr glücklich und auch sehr produktiv. Ich bringe gleich viel mehr weiter, bin viel motivierter und energiegeladener. Ich merke meine Abneigung gegenüber schlechtem Wetter speziell im Sommer dann, wenn zwischen den ganzen schönen Tagen einmal ein Tag verregnet ist. Ich bin gleich viel deprimierter und negativer gestimmt. Es ist wirklich oft  mühsam, wenn ich einen guten Lauf habe und noch so motiviert bin. Dann kommt ein Tag mit Regen und grauem Himmel und alles ist dahin und ich bin wieder total abgeschlagen und zermürbt. Das Gefühl, ich kann mich zu nichts antreiben. 

Deswegen versuche ich gerade wirklich sehr, die Kraft und Energie des Sommers irgendwie mitzunehmen und zu speichern. Doch ich spüre schon, wie mein Körper abends trauert. Wenn es um halb 9 wieder dunkel wird und der Sommer langsam ab sicher zu Ende geht. Der Wind weht leicht und die Luft kühlt gleich ab.  Die Speicher sind noch längst nicht voll mit der Wärme der Sonne des Hochsommers. So denke ich schon an nächsten Sommer und schwelge in Erinnerungen.