MS,  Schwangerschaft

Mein Weg zur zweiten Schwangerschaft

Wie bereits erwähnt musste ich mir nach meiner Stillzeit unseres ersten Kindes ernsthafte Gedanken über meine weitere Behandlung machen. Es war sehr viel Aktivität im ersten MRT nach der Zeit meiner Schwangerschaft und Stillzeit zu sehen. Bis zu meinen MRT Ergebnissen spürte ich keinerlei Symptome. Es brach also für mich eine Welt zusammen als ich von den Ergebnissen erfuhr. Ich fühlte mich so erschlagen, als wäre ein Bus über mich gerollt.

Termin mit der Neurologin

Meine Neurologin sagte mir, sie würde mir sehr davon abraten mit Copaxone weiter zu machen. Außerdem reagierte ich mittlerweile allergisch darauf, mit schweren Schwellungen der Luftröhre und der Lymphknoten. Sie stellte mir gleich zwei Medikamente für eine hochaktive MS vor. Sie empfahl mir, überhaupt gleich das Hochwirksamste einzunehmen. Ich saß dort, mir kullerten die Tränen über mein Gesicht. Ich wollte nur noch davonlaufen. Ich nahm das Gespräch nicht mehr wirklich wahr. Hörte nur Satzteile, von wegen kann die Schilddrüse, die Leber, die Niere und eigentlich den ganzen Körper kaputt machen. Ich würgte das Gespräch mehr oder weniger ab. Ich nahm die Broschüren mit, stand auf, sagte, ich melde mich wieder und ging gemeinsam mit meinem Freund zu unserem Auto.

Der Heimweg

Dort brach ich in Tränen aus. Mein Freund hielt mich fest im Arm.Er sagte, egal was komme, er ist da. Am liebsten hätte ich mich in dem Moment von einer Brücke gestürzt. Bis dahin war die MS noch nicht wirklich relevant für mich. Ich hatte es bis dahin noch nicht ganz so verstanden. Ich war ja auch erst 15 also ich die Diagnose erhielt. Und seit 3 Jahren war ich schubfrei, also warum sollte ich mir irgendwelche Sorgen machen? Doch diesmal war es anders. Ich hatte ein Kind, bin Mama, trage Verantwortung, ein kleines Lebewesen braucht mich und meine Kraft. Ich war so dermaßen zerstört. Wir fuhren nach Hause und holten unseren Sohn von der Oma ab. So musste ich auch gleich meiner Mutter berichten, was der Termin ergeben hatte. Doch trotz aller Verzweiflung stand für mich fest, ich werde das empfohlene Medikament das doch so viel zerstören kann, sicher nicht einnehmen. Es geht mir ja gut und so soll es auch bleiben. Ich werde meinen Körper sicher nicht absichtlich zerstören.

Mein Ärztemarathon

So startete der Marathon zu unterschiedlichsten Neurologen. Die Meinungen gingen total auseinander. Manche empfohlen mir, etwas wirklich Hochwirksames. Andere bestätigten mir, dass man es auch gut mit etwas Schwächerem in den Griff bekommen könnte. Ich begann auf mein inneres Gefühl zu hören und zu vertrauen. Ich stresste mich mit der Entscheidung nicht, da mir klar war, dass ich mich fit fühlte. Es folgten viele Gespräche mit der Familie, Freunden und Neurologen. Und mitten zwischen all diesen Gedanken und Gesprächen schlich sich dann ganz leise ein Babybauch. Ich wurde mit unserer Tochter schwanger. Es war Schicksal. Ich war so unglaublich erleichtert und glücklich. Ich vertraute nun voll und ganz dem Schicksal und so begann unsere zweite Schwangerschaft.