MS,  Schwangerschaft

Meine erste Schwangerschaft & MS

Ich finde es toll wie positiv die Hormone auf die MS wirken. Was eine Schwangerschaft sowohl mit einem gesunden Körper aber auch bei Menschen mit MS bewirkt. Und doch kann alles so unterschiedlich sein.

Junge Mama 

Ich bin eine sehr junge Mama, ich bin mit 19 Mama geworden. Für mich war es das Beste das mir je hätte passieren können. Keine Frage, es war ungeplant. Es war die Wechselwirkung aller Medikamente, die uns früher zu Eltern gemacht hat als wir geplant hatten.

So kam’s

Im ersten Moment war es ehrlichgesagt ein großer Schock. Es war der Tag, an dem ein Kontroll-MRT stattfinden sollte. Ich sollte eigentlich genau in dieser Woche meine Periode bekommen. Ich habe mir dann aufgrund des vielen Stresses keine Sorgen gemacht. Aber nichts desto trotz machten mein Freund und ich um sicher zu gehen einen Schwangerschaftstest. Es war anscheinend Intuition. Denn der war positiv. Großer großer Schock.

Wie ging es weiter 

Mein Freund nahm sich frei von der Uni und begleitet mich ins Krankenhaus. Vor dem MRT fragte ich nach meiner Ärztin. Sie hatte zum Glück Zeit mir kurz Aufmerksamkeit mit meinem Problem zu schenken. Sie war ebenfalls sehr überrascht, doch war von Anfang an sehr positiv gestimmt und hat sich gefreut. Sie veranlasste alle wichtigen Bluttests und sagte den MRT Termin ab. Ich war ihr in diesem Moment sehr dankbar. Sie half uns so wunderbar und nahm uns so viel Angst.

Für den nächsten Tag hatte ich auch gleich den Frauenarzt Termin. Sie bestätigte mir nochmals die Schwangerschaft und war ebenfalls sehr positiv dem ganzen gegenüber eingestimmt. Wir hingegen brauchten noch ein wenig Zeit alles zu verarbeiten. Wir mussten immerhin unser ganzes Leben mal  schnell umplanen. Aber schlussendlich wurde uns klar, dass es etwas ist das wir uns ohnehin sehr gewünscht hatten. Nur eben erst ein paar Jahre später. Wir konnten nicht glücklicher nicht.

Es wurde ernst

Als Erstes setze ich meine Basistherapie, das Copaxone ab. Meine Neurologin war überzeugt, dass ich es nicht brauchen würde, da ich bis dahin einen stabilen Verlauf hatte.

Wir beschlossen vorerst bei meiner Mama zu wohnen, da wir genug Platz hatten. Sie würde uns, auch wenn sie noch Vollzeit als Lehrerin angestellt ist, unterstützen. Die restlichen neun Monate verflogen wie im Flug und es ging mir seit langem nicht mehr so gut. 

Ich war so fit und fühlte mich so wohl in meinem Körper. Ich bin jeden Tag kilometerweit spazieren gegangen und hatte eine wunderschöne erste Schwangerschaft. Unser Sohn fühlte sich anscheinend auch so wohl, dass er gleich mal 12 Tage länger im Bauch bleiben wollte. Als der Tag an dem die Geburt eingeleitet wurde endlich kam, brachte ich unseren wundervollen Sohn in einer 22 Stunden Geburt kerngesund zur Welt. Gefühle und Schmerzen die ich davor noch nie in meinem Leben gespürt hat. Ich fühlte mich im Nachhinein so stark und war unfassbar stolz, so etwas Tolles geschafft zu haben. Ich überstand die Geburt, wie mein Sohn auch sehr gut, etwas müde und geschlaucht aber trotzdem fit. Es war für mich eine sehr wunderbare Zeit voller Freude und Unbeschwertheit.