Kinder,  MS

Selbstreflexion als Mama mit MS

Oft frage ich mich als Mama und vor allem als Mama mit MS, mache ich denn alles richtig und was braucht mein Kind überhaupt alles? Es gibt darüber so viele kontroverse Meinungen. Deswegen erzähle ich euch einfach einmal einen kleinen Ausschnitt, meine Gedanken zu diesem Thema.  

Es gibt unzählige, dutzende Ratgeber, aus Büchern, im Internet, als Zeitungsbeiträge. Und natürlich von den eigenen Eltern, Großeltern, Familienangehörigen und Freunden. Jeder hat diese eine, seine eigene Meinung zu Themen. So möchte diese jeder gerne weitergeben. Bis zu einem gewissen Grad ist es auch gut und in Ordnung. Beim ersten Kind freut man sich. Wenn man mal schnell die eigene Mutter, Schwiegermutter oder wen auch immer anrufen kann und sich einen Ratschlag geben lässt. Und vieles hilft ja auch tatsächlich, keine Frage.

Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Denn ab einem gewissen Punkt hat man sich seine eigenen Meinungen zu gewissen Themen gebildet. Man hat all den guten Zuspruch von unterschiedlichsten Leuten satt. Wenn dann schon die Bäckereifachverkäuferin, die Dame in der Feinkostabteilung oder die Besitzerin des Hundes, der gerade seine Nase im Popo von unserem Hund stecken hat, ihren Senf dazu geben, dann reichts!

Was ich bisher gelernt habe ist, dass zum Mama-Sein auch eine große Portion Selbstbewusstsein aber auch ein Hauch an Selbstreflexion dazu gehört.

Selbstbewusstsein insofern, dass man sich selbst sagt, mein Kind ist toll wie es ist. Ich mache die Sachen gut wie ich sie mache! Man darf sich nicht ständig unterkriegen lassen und nicht ständig klein reden lassen. Und ja fast jedes Kind hat sich im Supermarkt schon mal danebenbenommen. Einige haben in der Bahn schon einen Schreikrampf bekommen. Und wieder andere im Kaffeehaus aus Langeweile Blödsinn gemacht. Aber deswegen sind sie noch lange nicht ungezogen. Und so soll es doch sein. Kinder erproben ihre Grenzen und wachsen und lernen. Dabei passiert ihnen halt auch Blödsinn, aber das muss doch so ein oder? Woher sonst sollen sie lernen als durch ausprobieren und austesten.

So ist auch Selbstreflexion doch so wichtig. Einfach mal am Abend zur Ruhe zu kommen, die Gedanken kreisen lassen und sich anschauen, was hat heute so richtig gut geklappt. Was war das Geheimnis dahinter, warum es gut geklappt haben könnte. Aber eben auch die andere Seite. Warum ist mein Kind hysterisch geworden als ich ihm das gelbe T-Shirt statt dem grünen anziehen wollte. Waren wir schon in Eile und ich habe ihn nicht ausreden lassen? Wollte er mir vielleicht erzählen, dass er und sein Freund im Kindergarten Polizei spielen wollten? Und er deswegen das passend grüne T-Shirt anziehen wollte? Ja wahrscheinlich war es so! Es tut mir dann richtig leid. Ich habe ähnliche Geschichten auch schon von anderen Mamas gehört. Aber es lässt mich dann dennoch zweifeln. Habe ich schwache Nerven? Bin ich ein ungeduldiger Mensch? Macht mich die MS zu einem ungeduldigen Menschen?

Ich glaube, dass man nicht so an sich zweifeln sollte. Vor allem wenn man weiß, diese Probleme sind völlig normal und haben alle irgendwann einmal.

 

Ich komme dann meistens zu dem Entschluss, dass Hektik und Eile weder meinen Kindern noch mir und schon gar nicht meiner MS gut tun. Kann ein Tag nicht einfach 48 Stunden haben? Oder gibt es vielleicht doch 48 unwichtige Sachen, die ich eigentlich weglassen könnte und damit Hektik vermeide?