Kinder

Unsere Urlaubsfahrt nach Italien

Vielleicht fahren einige der Menschen mit MS eher gerne an kühlere Orte. Für mich persönlich kann es gar nicht heiß genug sein. Dieses Jahr fuhren wir wieder nach Italien. Ein gutes Argument für uns ist die Nähe zu Österreich. Man fährt von der österreichischen Grenze bis zu den ersten Orten am Meer in Italien eineinhalb Stunden. Um ehrlich zu sein ist es für mich schon eine kleine Beruhigung, sicher ist sicher!

Außerdem fahren wir eigentlich immer an denselben Ort, man kennt sich aus und weiß wo was ist. Und trotzdem oder genau deswegen ist es absolute Erholung. Packen tue ich meistens alles fix fertig erst einen Tag davor. Es fällt sowieso immer irgendjemanden noch etwas ein, was in oder aus dem Koffer gehört. Also mache ich das verhältnismäßig so stressfrei, wie ich es halt schaffe. Für eine Woche gepackt wird bei uns prinzipiell als wären wir 4 Wochen weg. 

Nach Italien fahren wir deswegen, weil es sehr auf österreichische beziehungsweise deutsche Touristen angepasst ist. Das macht uns aber nichts, denn ich packe sicherheitshalber als wären wir 5 Wochen in der Wüste. Also räumt mein Freund am Vorabend noch das Auto voll. Er kommt mit genau dem gleichen verzweifelten Gesicht wie vor jedem Urlaub in die Wohnung und meint: „Jetzt kommt aber eh nichts mehr dazu oder?“ Ich beruhige ihn und zeige auf die drei großen Ikea Taschen im Vorraum: „Nein, nein, nur noch das Bisserl!“ Er schaut auf die Taschen, war sich gar nicht bewusst, dass wir diese Dinge darin überhaupt besitzen und nickt nur resignierend.  

Wir planen unseren Start in den Urlaub immer sehr früh, also eigentlich mitten in der Nacht. Aus dem Grund, dass wir die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben haben, die Kinder würden einfach im Auto weiterschlafen. Denn das tun sie nicht. Also sitzen wir zu viert, hundemüde mitten in der Nacht im Auto und fahren Richtung Italien. Na gut, wir fahren mal unsere Straße entlang bis zur Kreuzung. Bis die kleine Prinzessin drauf kommt, sie hätte jetzt vielleicht mal Hunger. Drei Uhr in der Nacht wäre eine gute Zeit zum Frühstücken. Gut, also wird das Frühstück serviert, dass mein Freund und ich bereits am Abend davor hergerichtet haben. Hat er doch ernsthaft gemeint 12 Brötchen wären übertrieben.

Mit vollem Bauch schlafen dann die Kinder endlich ein, so wie ich. Nur mein Freund glücklicherweise nicht, er fährt gemütlich weiter. Bis halb sieben. Denn es wird dringend Zeit für eine Pipi Pause. Unser Sohn ist aufgewacht und meinte es wäre jetzt ein dringender Pipi Notfall. Wir bleiben also an der Grenze stehen. Tanken unser Auto nochmals voll. Die Blasen werden geleert und nun geht es weiter.

Die restlichen Brötchen, das Müsli mit Joghurt, die Schoko Kipferl, die Kabanossi und der Obstteller werden kredenzt. Wir sollten uns echt Tische im Auto einbauen lassen. Aber nicht die kleinen, die es standardmäßig in bereits vielen Autos gibt.  Nein eher so Tafeltische, als würde man 10 Personen zum 5-Gang Menü einladen wollen. Nun gut, da bei so viel Essen dann nicht mehr so viel Zeit für anderes bleibt, durften unsere Zwei dann noch einen Film anschauen. Also waren wir nach ein paar Staus in der Hitze dann auch schon in Italien. Endlich, Essen sei Dank, alles ruhig und unkompliziert.