Kinder,  MS

Unsere Morgenroutine

Wenn ich diese mit einem Wort beschreiben müsste wäre das ganz eindeutig: stressig.

Ich bewundere ja Menschen bei denen alles so geregelt, routiniert abläuft. Menschen die entspannt um sechs Uhr in der Früh aufstehen können und nicht ausschauen als wären sie in eine Prügelei geraten. Allein beim frühen Aufstehen scheitert es bei mir schon. Aufstehen ist für mich eines der schwierigsten Dinge in meinem Leben geworden. Früher während meiner gesamten Schullaufbahn stand ich um Punkt halb 6 auf, durchgehend, einfach immer.

Doch das ist leider seit meinem ersten Schub nicht mehr so. Also wie gesagt unser Tag startet stressig, um 7. Mein Ziel ist es meinen Sohn bis halb 9 in den Kindergarten zu bringen. Also stehe ich schnell auf und schlüpfe in mein Gewand.  Das Gewand wird bei mir immer am Vorabend schon rausgesucht, mal gemeinsam mal schnell alleine, damit unsere Kinder nicht Tag für Tag dieses eine Lieblings T-Shirt anziehen und die Leute denken könnten, wir haben kein Gewand für unsere Kinder.

Nachdem ich also gekleidet bin nütze ich noch diese 4 Minuten im Badezimmer alleine bevor das erste Kind dann aufwacht. Unsere Kinder sind eigentlich richtige Langschläfer, doch bin ich auch nur kurze Zeit im Badezimmer das sich direkt gegenüber ihrer Kinderzimmer befindet, wachen sie dann doch gleich auf. Also versuche ich so gut es geht noch meine 4 Minuten Ruhe zu ergattern. Habe ich das geschafft wachen auch die Kinder langsam auf und werden gleich einmal umgezogen und frisch gemacht. Wenn ich Glück habe wird die Auswahl vom Vorabend geduldet aber wie es halt so oft ist, habe ich auch oft kein Glück, alles wird nochmal umgeändert und der Stress wächst.

Und dann geht’s auch schon weiter zur Frühstücksfrage. Ich gebe den Kindern dann immer eine Auswahl an Frühstücksideen und jeder sucht sich das seinige aus. Manchmal gehört das zu den stressigsten, nervenaufreibendsten Dingen. Vor allem wenn dann die Auswahl noch 10 mal revidiert wird. Kennt ihr das? Wo man dann gleich mal in der Früh tief und fest durchatmen muss um nicht gleich grantig in den Tag zu starten.

Gut, dann wird meistens noch geplaudert und geblödelt, diese Zeit ist dann schon mit einberechnet. Und abschließend heißt es dann Tisch abräumen und wegräumen. Eigentlich sollte jeder seine eigenen Sachen in die Küche bringen. Eigentlich. Denn eigentlich ist es so nicht. Die Kinder nützen die Zeit dann aber auch nicht um vielleicht mal Zähne putzen zu gehen oder Sachen zu packen. Es wird nochmal schön alles ausgeräumt, Mama räumt inzwischen schnell das Frühstücksgeschirr weg. Dann werden noch Zähne geputzt, in aller Eile das eben verursachte Chaos minimiert, aufs Klo gegangen und dann gehts ab in Jacke und Schuhe. Und dann stürzen wir in aller höchster Eile zum Auto, eh schon wieder später als vorgenommen, wie eine Herde flüchtende Hyänen vor einem Löwen. Mitten drinnen unser neurotischer Hund, der nur auf einer Seite der Stiegen gehen kann und sich mit seiner Hundeleine immer wieder in unseren Füßen verheddert.

Also ab ins Auto mit allen und ab in den Kindergarten. Drei nach halb 9. Das zählt. Wir kommen also eigentlich fast pünktlich, wieder einmal halt eben fast pünktlich.