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Veränderungen

Veränderungen gibt es in unterschiedlichsten Formen. Die kleinen, die großen und die wirklich einschneidenden lebensverändernden. Angefangen bei den kleinen, man isst jeden Tag zum Frühstück Müsli und plötzlich ändert man dies und isst nur noch Brot. Es ist keine große Sache und etwas das in vielen Formen tagtäglich vorkommt. Und dann gibt es die größeren Veränderungen. Man wohnt in einem Haus, das Kinderzimmer befindet sich im ersten Stock. Das Kind wird größer, möchte mehr Platz zur Verfügung haben und so zieht es in den ausgebauten Dachboden. Der erste größere Schritt in die Selbstständigkeit und ins Erwachsen werden. Es ist der erste Schritt, der manchen Eltern vielleicht schon nachdenklich werden lässt. Doch man weiß, dass man doch noch unter einem Dach wohnt und das gibt einem Sicherheit.

Und dann gibt es die wirklich lebensverändernden Einschnitte. Der Auszug vom Kind, ein Umzug in eine neue Stadt, vielleicht sogar in ein neues Land oder eine Diagnose, die das Leben komplett auf den Kopf stellt. Wenn dann nichts mehr ist, wie es mal war und auch nie mehr sein wird. Es klingt beängstigend, macht traurig und man fühlt sich hilflos. 

Ich persönlich war noch nie ein Freund von Veränderungen. In meiner Kindheit gab es leider viel zu viele negative Veränderungen. Das hat mich geprägt und ich habe große Angst vor Veränderungen. Auch kleinere mag ich nicht besonders. Klar, freue ich mich wie jeder andere, wenn man vielleicht umzieht, umbaut, einen neuen Job beginnt oder über tausend andere mögliche positive Veränderungen, aber es ist bei mir immer mit Angst verbunden. 

Gerade durch meine Diagnose 2011, als von einem auf den anderen Tag nichts mehr so war wie vorher hat mich das ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich traute mich nichts mehr zu planen, niemanden mehr zuzusagen, und auf nichts mehr zu freuen. 

Es dauerte sehr lange  bis ich diese Tatsache überhaupt erstmal erkannten und begriff ich muss daran etwas ändern. Viel zu viel Lebensfreude verlor ich dadurch. Und dann dauerte es nochmals bis ich es tatsächlich schaffte, zu beginnen daran zu arbeiten. Es ist ein ständiger Prozess, der wahrscheinlich niemals enden wird. Aber es war für mich wichtig, überhaupt damit zu beginnen, damit ich wieder Freude zulassen konnte und begriff, es ist eben so wie es ist. Und das kann manchmal auch ganz gut sein.